Nachricht vom 10.02.2009

Bowinkel: Schattenwelt – Die Vernichtung der Juden, dargestellt im französischen Dokumentarfilm || Buchvorstellung – Film – Filmgespräch im Raschplatzkino Hannover 15.02.09

Programminformation

KINO AM RASCHPLATZ präsentiert in den Hochhaus Lichtspielen:

Begleitend zu der Ausstellung im Niedersächsischen Landtag „4 Ks 2/63 Zur Wiederherstellung des
Rechts: Der Auschwitz-Prozess“ zeigen wir:

So., 15.2. um 11.00 Uhr: Buchvorstellung – Film – Filmgespräch

Schattenwelt – Die Vernichtung der Juden, dargestellt im französischen Dokumentarfilm
Pia Bowinkelmann Hannover 2008, Offizin Verlag


Nacht und Nebel
F 1955, 32 Min., Regie: Alain Resnais
Alain Resnais‘ dokumentarischer Kurzfilm aus dem Jahre 1956 ist ein früher Meilenstein in derAuseinandersetzung mit dem System der deutschen Konzentrationslager. Seine historische Prägnanz, seine konzentrierte Dichte und poetische Kraft machen ihn zu einem Werk von andauernder Aktualität. Sieben Jahre vor Beginn des Auschwitz-Prozesses löst dieser französische Film in Deutschland sowohl eine erste breite Auseinandersetzung mit der Vernichtungspolitik der Nazis als auch eine Diskussion um die Frage „Erinnern oder Vergessen“ aus. Das deutsch-französische Verhältnis wird durch den diplomatischen Eingriff der bundesdeutschen Regierung bei den Filmfestspielen in Cannes auf die Probe gestellt.

Schattenwelt - Die Vernichtung der Juden, dargestellt im französischen Dokumentarfilm Ausgehend von der These, dass die auf der Kino-Leinwand präsentierte „Schattenwelt“ unsere Vorstellungen von der Vernichtung der europäischen Juden im Zweiten Weltkrieg in hohem Maße mitprägt, fragt Pia Bowinkelmann in ihrem Buch, ob die existierenden filmischen Darstellungen das Bewusstsein schärfen oder - im Gegenteil - die Verdrängung des historischen Geschehens fördern. Ihre Untersuchung umfasst fünf französische Dokumentarfilme aus fünf Jahrzehnten, darunter dem deutschen Publikum bekannte Filme wie Alain Resnais‘ Nuit et brouillard (Nacht und Nebel, 1956) oder Claude Lanzmanns Shoah (1985), aber auch unbekanntere Werke wie Claude Chabrols L‘oeil de Vichy (Das Auge Vichys, 1993). Die detaillierten Sequenzanalysen werden ergänzt durch die Beschreibung der historisch-gesellschaftlichen Umstände, unter denen die Filme entstanden sind. Der eigentlichen Filmanalyse vorangestellt sind Reflexionen über Film als Untersuchungsgegenstand sowie über das Verhältnis von Dokumentarfilm und Wirklichkeit bzw. Dokumentarfilm und Spielfilm. Da die Angemessenheit der filmischen Darstellungen zur Debatte steht, werden außerdem die empirische Wirklichkeit des Geschehens und die Deutungsangebote, die in seinen verschiedenen Benennungen aufgehoben sind (Genozid, Verwaltungsmassenmord, Auschwitz, Holocaust, Shoah ), thematisiert.

Das Buch ist mit finanzieller Unterstützung durch das Fritz-Bauer-Institut (Frankfurt am Main) 2008 im Offizin-
Verlag (Hannover) erschienen und kostet 28.80 €.

Weitere Veranstaltung begleitend zur Ausstellung am So., 22.02. um 11.00 Uhr:
Abschied von gestern
D 1965/66; 88 Min.; Regie: Alexander Kluge
Alexander Kluge zeichnet in seinem Spielfilmdebüt ein Psychogramm der bundesdeutschen Verhältnisse Anfang
der sechziger Jahre. Mit einem interessanten Auftritt von Fritz Bauer.
Einführung: Torsten Gladrow (Kino am Raschplatz)

KINO AM RASCHPLATZ
zu Gast in den HOCHHAUS Lichtspielen
Hochhaus Lichtspiele, Goseriede 9, 30159 Hannover
Tel. 0511 – 317802 Fax 0511 - 3888928
info@hochhaus-lichtspiele.de
www.raschplatz-kino.de

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