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Autoren G-K / K / Gregor Kritidis

Kritidis, Gregor: Linkssozialistische Opposition in der Ära Adenauer

  • Ein Beitrag zur Frühgeschichte der Bundesrepublik Deutschland

    Lange Zeit galt in Deutschland-West die These, der »demokratische Neuaufbau« sei gelungen und es habe keine realistische Alternative zu Adenauers Politik der »Restauration« in Verbindung mit der Westintegration gegeben. Dieser Ansatz blendete die linkssozialistischen Traditionen jenseits sozialdemokratischer Anpassungspolitik und stalinistischer KPD aus und übersah ihre wichtige Brückenfunktion nach 1945 zur Wiederbelebung der Neuen Linken in den 60er Jahren. Kritidis gelingt auf der Basis neu erschlossener Quellen erstmals eine Gesamtdarstellung dieser Oppositionsströmungen und ihrer Vordenker in der Ära Adenauer und akzentuiert ihren Beitrag zur Demokratisierung Westdeutschlands, der erneut Aktualität erlangt.

    Kritidis’ Studie zeigt, daß die erfolgreiche Integration der Arbeiterbewegung während der ersten Jahrzehnte der BRD nur um den hohen Preis einer zunehmenden Einschränkung der demokratischen Partizipationsmöglichkeiten in der Sozialdemokratie sowie in den Gewerkschaften selbst erfolgen konnte.

    Mit der Niederlage der in den Gewerkschaften stark verankerten oppositionellen sozialistischen Gruppierungen im Kampf gegen die Wiederbewaffnung und Westintegration Mitte der 50er Jahre drängte die junge Generation auf eine konzeptionelle Neuausrichtung, die den vorherrschenden Tendenzen in der SPD entgegenlief. Kritidis rekonstruiert diesen Prozeß vorwiegend anhand der Zeitschriften und internen Diskussionszirkeln. Durch die zunehmende Ausgrenzung der sozialistischen Opposition aus der Arbeiterbewegung entstand ein Legitimationsdefizit sozialdemokratischer Politik, das mit einem rigiden Antikommunismus überspielt wurde und zu einer Aktualisierung autoritär-obrigkeitsstaatlicher Traditionen beitrug. Mit dem Ausschluß des SDS und ihrer älteren Mentoren wurde die sozialistische Opposition zu einem Zeitpunkt aus der SPD gedrängt, als diese zunehmend auf den Adenauerkurs eingeschwenkt war. Damit geriet die Republik selbst in eine Legitimationskrise und die linkssozialistischen Traditionen boten Anknüpfungspunkte für neue Aktionsansätze.

    Gregor Kritidis, Jg. 1971, studierte Politische Wissen schaft, Soziologie und Sozialpsychologie an den Universitä ten Hannover und Athen und promovierte 2007 an der Leibniz Universität in Hannover. Er war in der politischen Erwachsenenbildung tätig und seit 1999 Sekretär der »Loccumer Initiative Kritischer WissenschaftlerInnen«; seit 2000 Redakteur des Internetmagazins www.sopos.org. Er ist Mitherausgeber von »Aufschrei der Utopie« und der Schriften Peter von Oertzens.

     



    Rezensionen:

    Katharina Kellmann in „Historische Zeitschrift“ (Band 293 Heft 2 (Okt.2011), S. 579 f:

    „Kritidis gelingt eine einfühlsame Studie, die auch die unterschiedlichen Positionen aufzeigt. Hier lernt der Leser ein politisches Milieu kennen, in dem auch die Wurzeln gelegt wurden für eine erneute marxistische und sozialistische Theoriediskussion innerhalb der SPD zwischen 1967 bis 1975(…) Wer sich mit dem Linkssozialismus in der Frühgeschichte der Bundesrepublik beschäftigen möchte, dem sei das Buch nachdrücklich empfohlen“.

    Axel Schildt in „Geschichte in Wissenschaft und Unterricht“. 62. Jg. Nr. 11/12, S. 736 f. (PDF)

    Mitteilungen Archiv der Arbeiterjugendbewegung,Oer-Erkenschwick, 2011/1, S.60-63. (PDF)

    Rezension in H-Soz-u-Kult vom 24.11.2008


     

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